Kaufel: Hoffermenter zur CO2-neutralen Wärmegewinnung und Stromerzeugung
Die Ausgangssituation
Der Familienbetrieb Kaufel vereint Gasthaus, Landwirtschaft und Metzgerei unter einem Dach. Viele Rohstoffe für den eigenen Betrieb – darunter Futter für die Mastschweine sowie Kartoffeln und Gemüse für die Gastwirtschaft – werden selbst erzeugt.
Im Sinne eines geschlossenen regionalen Kreislaufs sollten künftig auch Stallmist und weitere organische Reststoffe direkt am Betrieb sinnvoll genutzt und gleichzeitig zur eigenen Energieversorgung eingesetzt werden.
Die Herausforderung
Im laufenden Betrieb fallen unterschiedliche organische Reststoffe an – darunter Mist von rund 120 Schweinen sowie Bio-, Lebensmittel- und Schlachtabfälle.
Gesucht wurde eine Lösung, die diese Stoffströme zuverlässig verarbeitet, vorhandene Ressourcen optimal nutzt und gleichzeitig Wärme und Strom für den Eigenbedarf erzeugt.
Die Lösung
Bei Kaufel kommt eine PÖTTINGER Hoffermenteranlage mit fünf Gärboxen zum Einsatz. Die Anlage ist auf eine Verarbeitungskapazität von bis zu 600 Tonnen organischer Reststoffe pro Jahr ausgelegt.
Das bei der Fermentation entstehende Biogas wird über ein Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt. Tagsüber unterstützt die bestehende Photovoltaikanlage die Energieversorgung, nachts kann das gespeicherte Biogas eingesetzt werden. Dafür steht ein Gasspeicher mit 40 m³ Volumen zur Verfügung.
Erstmals kommt bei dieser Anlage ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk mit Abgasrückkühlung zum Einsatz. Eine zusätzliche Gaskühlung und ein Aktivkohlefilter sorgen dafür, dass das Biogas trocken und entschwefelt verarbeitet wird.
So entsteht ein geschlossener Kreislauf direkt am Betrieb: Organische Reststoffe werden energetisch genutzt, die Eigenversorgung mit Strom und Wärme gestärkt und vorhandene Ressourcen effizient verwertet.